Zigarrenrollen
Der Tabak für Zigarren wird vorrangig in Süd- und Mittelamerika, in der Karibik und in einzelnen asiatischen Ländern angebaut. Besonders bekannt und bedeutsam für den Tabakanbau weltweit ist Kuba. Die Bevölkerung Kubas kann nicht nur auf eine jahrhundertelange Tradition und ein ebenso langes Wissen rund um den Anbau und die Verarbeitung von Tabak zurückblicken. Die Kubaner haben auch das Kunsthandwerk des Zigarrendrehens maßgeblich mitgeprägt und über die Zeit bis ins kleinste Detail perfektioniert und vollendet.


Anbau & Ernte

Eine Zigarre setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: der Einlage (tripa), dem Umblatt (capote) und dem Deckblatt (capa). Beim Anbau der Tabakblätter wird zwischen dem „tabaco tapado“ (bedeckter Tabak) und dem „tabaco del sol“ (Tabak der Sonne) unterschieden. Die Pflanzen des bedeckten Tabaks reifen unter Stoffbahnen, die immer wieder weggeschoben werden. So genießt dieser Tabak eine Abwechslung zwischen Sonne und Schatten. Diese Tabakblätter sind besonders gleichmäßig, sehen oftmals schöner aus und sind von feinerer Natur. Sie werden für das Deckblatt genutzt. Der Tabak der Sonne gedeiht unter permanenter Sonneneinstrahlung. Seine Blätter sind besonders geschmackvoll und von kräftiger Natur. Diese Blätter dienen für die Einlage und das Umblatt. Geerntet werden alle Blätter von den Tabakbauern (Vegueros) mühevoll per Hand.

Verarbeitung

Die Verarbeitung der Tabakblätter ist ein aufwendiger, mehrstufiger Prozess, der stets mehrere qualitätssichernde Kontrollen durchläuft. Zuerst müssen die Tabakblätter drei bis sechs Wochen trocknen. Dies unterstützt gleichzeitig die Reifung. Danach geht es für die Blätter in die Fermentierung. Während dieser entstehen die bedeutsamen Aromen. Diese Phase dauert zwischen vier und neun Monaten. Anschließend werden die Blätter wiederum per Hand bearbeitet und zwar nach Farbe, Größe und Geschmack sortiert. Dann folgt das Entrippen der Blätter sowie nochmaliges Stapeln und Trocknen. Diese Phase dauert nochmals mehrere Wochen. Erst dann gehen die Tabakblätter in den Versand zur Produktion der handgerollten Zigarren.

Zigarrendrehen

Jede handgedrehte Zigarre ist ein Unikat. Jeder Schritt bedarf höchster Konzentration, viel Erfahrung und Geschicklichkeit auf hohem Niveau. Es ist absolute Präzisionsarbeit. Nur so kommen die edlen Aromen voll zur Geltung. Als erstes formt die Torcedora die Einlage (tripa) der Zigarre aus mehreren Blättern. Sie faltet sie fachgerecht und das nur mit ihrer Hand. Hier kreiert sie das Gerüst der Zigarre und legt den Grundstein für die Qualität. Nur wenn hier alles passt, kann der Zigarrenrauch aus kleinsten Öffnungen und Kanälen strömen. Im zweiten Schritt wird die Einlage in das Umblatt (capote) eingewickelt. Auch hier ist Können und Sorgfalt gefragt. Nur wenn dieses Wickeln bis ins kleinste Detail passt, kann die Zigarre gleichmäßig abbrennen und vor allem kann sie nur dann ihr volles Aroma entfalten. Im nächsten Schritt wird das Deckblatt (capa) passgenau mit einer geschliffenen Stahlklinge (Chaveta) zugeschnitten. Anschließend erfolgt das Drehen dieses Deckblattes um den sogenannten Zigarrenrohling. Hier entscheidet sich durch das Talent der Torcedora, wie das äußere Erscheinungsbild der Zigarre aussehen wird. Genuss und Schönheit haben höchste Priorität. Jetzt fehlt noch der Zigarrenkopf, der von erfahrenen Zigarrenrollern so eingebaut wird, dass er die Schönheit der Zigarre nicht berührt. Nach der Feinarbeit wird im letzten Schritt das Brandende, der Zigarrenfuß, mit dem Messer abgetrennt. Auf Wunsch kann dann eine kunstvoll gestaltete Bauchbinde um die Zigarre gelegt werden. Hier sind gebrandete Banderolen in Ihrem CI-CD oder mit Ihrem Wunschmotiv möglich.

Nun ist ersichtlich, warum sich das kubanische Zigarrendrehen Kunst-Hand-Werk nennen darf. Und warum über die Qualität einer handgedrehten Zigarre, das Können, die Erfahrung und die Geschicklichkeit der Zigarrendreher/ in entscheidet. So entstehen echte Unikate.

Impressionen Zigarrenmanufaktur